Busheisl-Konzert am Bücherstadel

Nachdem das Netzwerk Mitanand 2020 beim Merkur-Busheisl-Wettbewerb ein Konzert mit Oimara gewonnen hatte, fand es nun mit einjähriger Verzögerung am Bücherstadel beim neuen „Haus für Kinder“ statt.

Oimara, oder – wie es im Pass steht: der Hafner Beni vom Tegernsee – spielte bis weit nach Einbruch der Dunkelheit. Das freute nicht nur die vielen Kinder, für die er auch ein Stück improvisierte, in dem er die Schule aufs Korn nahm. Auch die „Schönen und Reichen“ bekamen in dem vielfältig angelegten Programm den Marsch geblasen. Die ZuhörerInnen freute es jedenfalls, sie öffneten Ohren und Herzen für die Musik des Oimara – und für das „Mitanand“ an einem stimmungsvollen Abend.

Denn nach einem tristen Regenmorgen zauberte die Sonne unerwartet eine fantastische Abendstimmung. Die vielen Besucherinnen und Besucher waren fröhlich und freuten sich nach langer Zeit, endlich wieder ungezwungen das Dorf zu treffen.

Der Förderverein „Haus für Kinder Sachsenkam e.V.“ konnte sich über die Einnahmen durch den Verkauf von Getränken, Wurst- und Kassemmeln freuen.

Das Busheisl Konzert war seit Februar 2020 die erste größere Veranstaltung (neben der 1000 Jahrfeier im Neuwirt). Dieser Abend machte das im Dorf so geschätzte Mitanand wieder mal hautnah erlebbar. „Solch ein Abend“, meint einer der Besucher, „gibt die freudige Zuversicht, die uns nach solch schwierigen Zeiten so gut tut“.

Das macht Lust auf mehr Veranstaltungen in diesem Format. Mitanand.

Text: Tom Strobl, Frank Orthey

Fotos: Tom Strobl




Ruhige Weihnachten für unser Mitanand

Liebe Mitanand-Netzwerkerinnen und Netzwerker,

Ihnen und euch allen eine schöne Vorweihnachts- und Weihnachtszeit.

Die ist diesmal anders als gewohnt. Wir haben jetzt das, was wir uns jahrelang gegenseitig gewünscht haben – und manche auch ersehnt: ruhige Weihnachten.

Genießen Sie die Qualität dessen, was dies wieder oder neu ermöglicht.

Und wenn Sie die Zeit für ein gutes Buch nutzen wollen, dann besuchen Sie den Mitanand-Lesen-Bücherstadel am Bushäusl beim Kindergarten in Sachsenkam.

Eine schöne, ruhige und im besten Sinne „besinnliche“ Weihnacht mit guten Gedanken und schönen Erfahrungen.

Dahoam und gsund bleiben – für ein gutes Mitanand.

Frank Orthey

***

Zweck des Netzwerkes „Mitanand“ ist es, soziale Aktivitäten und Projekte im Bereich der Gemeinden Reichersbeuern, Greiling und Sachsenkam zu unterstützen und selbst aktiv zu gestalten, um ein lebendiges „Mitanand“ zu fördern. Diese Aktivitäten und Projekte beziehen sich auf

  • sozial Benachteiligte oder schwache Menschen und Gruppierungen
  • sowie auf Einrichtungen in den Bereichen Bildung und Kultur.

und sind unabhängig von Geschlecht, religiöser Zugehörigkeit und Herkunft.

image_pdfimage_print

Mitanand-Netzwerk-Kontakt:

Frank Orthey

Tel: 0049(0)8021/5075730

Mobil: 0049(0)172/8231112

E-mail: Frank@Ortheys.de




Busheisl-Wettbewerb: Musik am Bücherstadel

Maria Demmel gab den Impuls, ich schrieb drei Zeilen, Maria schickte die Bewerbung weg – und wir haben gewonnen! Beim Merkur-Busheisl-Wettbewerb um ein Konzert mit Oimara: https://www.merkur.de/lokales/muenchen/zentrum/busheisl-mit-oimara-zr-90036826.html

So haben wir uns beworben:

Mitanand am Sachsenkamer Bücherstadel

Seit Januar 2020 gibt es ihn: den Bücherstadel vom Netzwerk Mitanand am Busheisl beim neuen Kindergarten in Sachsenkam. Seither werden Bücher gebracht, geholt, getauscht und gelesen. Warten auf den Bus wird damit zum Kulturereignis. Da ist Musik drin für mehr Mitanand am Busheisl.

***

Klar, mitanand kann man eh nur gewinnen 😉 Das wäre eine schöne Aktion gewesen an unserem Bücherstadel.

“Wäre“ deshalb, weil das Oimara-Konzert, das für nächsten Dienstag geplant war (die Gemeinde hatte bereits Bierbänke zur Verfügung gestellt, 60 Personen hätten kommen dürfen), leider heute wegen Erkrankung des Künstlers abgesagt und verschoben werden musste.

Das Busheisl-Bücherstadel-Konzert wird also erst im Frühling 2021 stattfinden. Das ist doch auch mal eine Vorfreude wert – in der Hoffnung, dass dann auch wieder mehr Menschen teilhaben dürfen.

Und: Die Bücherstadel-Idee soll als „offener Bücherschrank“ auch in Reichersbeuern umgesetzt werden. Durch Kümmern unserer Mitanand-Netzwerkerin Irene Melzer, die mit der Gemeinde im Gespräch ist, wird es vermutlich im neuen Rathaus eine Büchertauschbörse geben.

Gutes Mitanand-Netzwerken weiterhin und einen schönen Herbst

***

Mitanand-Netzwerk-Kontakt:

Frank Orthey

Tel: 0049(0)8021/5075730

Mobil: 0049(0)172/8231112

E-mail: Frank@Ortheys.de




Neues Sachsenkam-Buch erschienen

Rechtzeitig zum Ende der Amtszeit von Bürgermeister Hans Schneil erschien das neue Sachsenkam Buch von Hans Reiter, Ulli Schneil, Sepp „James“ Bacher und Christa und Helmut Rührmeier: Sachsenkam. Geschichte, Geschichten und Bilder von unserem Dorf.

Anlässlich des diesjährigen 1000-Jahre-Sachsenkam-Jubiläums entfalten die AutorInnen auf 180 Seiten die Dorfgeschichte und Geschichten, umfassend illustriert mit zeitgenössischem Bildmaterial und ergänzt durch einen historischen Dorfplan. Das Buch erzählt – so das Vorwort – „von der Entstehung und Entwicklung unseres Dorfes, von wichtigen Ereignissen und bedeutenden Persönlichkeiten, aber auch vom Alltag seiner Bewohner, den sie mit Mut und Beharrlichkeit, Witz und Schlitzohrigkeit zu meistern suchten.“

Nach einem umfassenden und grundlegenden geschichtlichen Kapitel von Christa Rührmeier folgt mit „Not und Tod in vergangenen Zeiten“ ein Blick auf Pest und Kriege von Christa Rührmeier und Ulli Scheil. Helmut Rührmeier und Sepp „James“ Bacher widmen sich dann der Dorfentwicklung, während Christa Rührmeier die Schulgeschichte in den Blick nimmt. Musik und Gesang stehen im Mittelpunkt des Kapitels „das musikalische Dorf“ von Hans Reiter und Sepp „James“ Bacher. Christa Rührmeier berichtet im anschließenden Kapitel zum Kloster Reutberg. Ulli Schneil erweitert die Perspektive in den folgenden Kapitel mit Blicken auf die Kirchen sowie auf Sagen und Bräuche. Vom „frühen Tourismus am Kirchsee“ erzählt anschließend Hans Reiter, der dann auch die Wirtshäuser besucht und beschreibt. Abschließend hat Ulli Schneil die Flurnamen des Dorfes erforscht. Eine „Buildschachtl“ rundet das eindrucksvolle und sehr interessante und anregende Büchlein ab.

Übrigens stießen die AutorInnen im Zuge ihrer Recherchen auf eine schriftliche Nennung des Dorfes in drei Schenkungsurkunden im Besitzverzeichnis des Klosters Ebersberg im Jahre 1010. Demnach feiern wir in diesem Jahr 1010 Jahre Sachsenkam. Hauptsache: Wir feiern!

Gelayoutet hat das Werk von Eva Pummer. Produziert wurde es vom Kopierladen Sachsenkam.

Ein Must-have für alle Bewohnerinnen und Bewohner – und ein schönes Geschenk für alle Freunde unseres Dorfes.

„Ein Hoch auf Sachsenkam – es möge blühen und gedeihen!“ (Vorwort, S. 4)

Bezugsquellen: Beim Lebensmittelladen Portisch, bei der Bäckerei Wolfgang Lipp, bei der Firma Pummer (Kopierladen), bei Elektro Slawik, bei der Gemeindeverwaltung Reichersbeuern und später sicherlich auch bei der Gemeinde Sachsenkam.

***

Mitanand-Netzwerk-Kontakt:

Frank Orthey

Tel: 0049(0)8021/5075730

Mobil: 0049(0)172/8231112

E-mail: Frank@Ortheys.de




Ostern

Diesmal wurde in Sachsenkam und Piesenkam Ostern etwas anders gefeiert. Anders noch als es die Beschränkungen für alle geboten. Die in sozialen Netzwerken verbreitete Initiative des Pfarrgemeinderates wurde angenommen und nach einem Glockengeläut am Sonntag um 09.00 Uhr erklangen Fanfaren von Musikern, die übers Dorf verteilt von Balkonen, aus Dachfenstern oder vor der Haustüre spielten. Dann ließen sie die Osterbotschaft „Christ ist erstanden“ erklingen. Die Bürgerinnen und Bürger waren eingeladen, auf den Balkonen und in den Gärten mit zu singen. Es entstanden ganz andere, andächtige, aber für Ostern auch eher schweigsame,  nachdenkliche und emotional bedrückende Momente. Wäre da nicht die Osterbotschaft, die diesmal auf andere Art geteilt werden konnte.

„Fürchtet euch nicht“ – diese Osterbotschaft soll uns mitanand durch die kommende Zeit leiten.

Grafik: Reinhild Terrey, Untermeitingen

***

Kontakt Netzwerk Mitanand: Dr. Frank Michael Orthey, Am Eisenberg 9, 83679 Sachsenkam, Tel: 0049(0)8021/5075730, Mobil: 0049(0)172/8231112, www.ORTHEYs.de




Mitanand Ostern feiern

Am kommenden Ostersonntag feiern wir eine Osterandacht – bitte unter strenger Einhaltung der bestehenden Ausgangs- und Distanzbeschränkungen.

Um 09.00 Uhr werden die Glocken geläutet. Bitte kommt dann auf die Balkone und in die Gärten und haltet die Abstandsbeschränkungen unbedingt ein.

Anschließend spielen in Sachsenkam und Piesenkam am mehreren Stellen einzelne Musiker im Dorf eine österliche Fanfare.

Im Anschluss singen wir gemeinsam „Christ ist erstanden“ (Gotteslob 318/19) mit Bläserbegleitung.

Herzliche Einladung zum Mitbeten und -singen. Bringt gerne eure Osterkerzen mit auf Balkone und in die Gärten.

Euer Pfarrgemeinderat

***

Grafik: Reinhild Terrey, Untermeitingen

***

Kontakt Netzwerk Mitanand: Dr. Frank Michael Orthey, Am Eisenberg 9, 83679 Sachsenkam, Tel: 0049(0)8021/5075730, Mobil: 0049(0)172/8231112, www.ORTHEYs.de




Mund- und Nasen-Behelfsmaske

Liebe Mitanand-Helferinnen und Helfer,

bitte diese Anfrage der Bürgermeister mit Dringlichkeit zu beachten und weiterzugeben. Meldet euch unter der angegebenen Mailadresse der VG bitte.

Wir suchen Näherinnen und Näher, die sich bereit erklären, ehrenamtlich Mund- und Nasen-Behelfsmasken herzustellen! Der Stoff und eine Anleitung wird von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Wer mit dabei ist, schreibt bitte eine Mail Betreff „Mund- und Nasen-Behelfsmaske“ mit Namen und Telefonnummer an: Buergerservice@vgreichersbeuern.de

Ihr bekommt dann Bescheid, sobald klar ist, wann und wo es das Material gibt.

Bitte gerne weiterleiten!

Vielen Dank

Eure Bürgermeister der VG

 

Danke und herzliche Grüße für Gesundheit und Gelassenheit

Frank Orthey




Für einen guten Umgang mit der Zeit mitanand

Nach der zwangsweisen Verlangsamung mussten sich viele von uns im gegenwärtigen „Antivirenprogramm“ neu erfinden. Das, was viele wahrnehmen, ist so neu, noch nie dagewesen – es wird allerdings nicht nur positiv, sondern meist ambivalent kommentiert. Einerseits viel Zeit für die Familie, andererseits kommt man sich eben auch nicht aus. Zwangsvergemeinschaftungen unter einem Dach sind nicht nur zeitlich anstrengend, sondern vor allem emotional. Da kann die Zeit der ehemaligen Hektiker, die nun zu VielzeitgenossInnen geworden sind, schon mal lang werden. Es steht zu befürchten, dass in den nächsten Tagen eher die Schattenseiten der neuen Zeitordnungen ins Bild rücken. Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen kursiert ja schon die zunehmend lauter getuschelte Prognose von der Zunahme häuslicher und sexueller Gewalt. Ins Haus, in dem wir ja brav bleiben, stehen uns nun die zeitlichen Folgen von Einsamkeitsempfindungen, von Gemeinschafts- und Begegnungsverlusten bei gleichzeitig zunehmenden familiendynamischen Zuspitzungen und Konfliktsituationen. Was das konkret bedeutet, wird womöglich die derzeit noch relativ abstrakten Befürchtungen übertreffen – und sich irgendwo zwischen Aggression und Depression abspielen. Das soll hier auch nicht beschrieben werden. Denn ich gehe davon aus, dass reflektierte und reflektierende Menschen sich selbst – und anderen – zu helfen wissen. Eine wesentliche Steuerungsmöglichkeiten ist dabei die Zeit. Was kann dies konkret bedeuten?

Einige Ideen dazu:

  • Geben Sie sich zeitliche Ordnungen. Für sich selbst und für die Menschen, die im Haushalt unter einem Dach zusammenleben (müssen). Vereinbaren Sie diese fest. Zeitliche Ordnung gibt in Krisenzeiten Orientierung, die den meisten Menschen hilfreich ist, um sich (und andere) nicht zu verlieren im Taumel durch den Tag, der dann irgendwie vorbeirauscht. Unstrukturiertheit führt oft zu Unzufriedenheit und zu unguten Gefühlen – und oft auch zu unangemessenem Verhalten. Die alte Weisheit, dass äußere Ordnung auch für innere Ordnung sorgt, ist auch zeitlich leitend.
  • Richten Sie zeitliche Strukturen und Rituale mit Flexibilität und mit kleinen Variationen Das heißt einerseits die Sicherheit und Verlässlichkeit der täglichen (wöchentlichen) Routinen und andererseits die Überraschung des kleinen täglichen Unterschieds, z.B. beim Familienessen, bei dem – wenn’s mal keine Nachspeise gibt – was selbst spontan Erfundenes gespielt oder beigetragen wird. Wenn das gelingt, haben Sie beides: die Sicherheit der Routine und die Überraschung des jeweils (kleinen) Neuen.
  • Planen Sie Zeiten nur für sich ganz alleine und für ihre eigenen Bedürfnisse fest ein – am besten kombiniert mit geschützten Räumen oder Plätzen in der Wohnung und in ungestörter Atmosphäre. Sorgen Sie ggf. durch verabredete Regeln dafür, dass Sie diese Eigenzeiten auch einhalten können (z.B. zum Zeitunglesen oder für was auch immer). Menschen brauchen für ihre innere Balance Eigenzeiten als selbstbestimmte Zeiten, die sie für sich und nur für sich nutzen können.
  • Versuchen Sie möglichst Arbeitszeiten (wenn Sie im Home-Office) und andere Zeiten möglichst klar abzugrenzen. Geben Sie Ihrem Arbeitstag eine verbindliche zeitliche Struktur und grenzen Sie diese Arbeit deutlich ab von den anderen Zeiten zuhause, wenn möglich auch räumlich. Für manche ZeitgenossInnen ist es auch hilfreich, dies durch die Wahl der Bekleidung zu unterscheiden. Wenn Papa Anzugshose trägt, ist er „auf Arbeit“. Dann ist es Zeit, ihn in Ruhe (arbeiten) zu lassen.
  • Planen und organisieren Sie Zeiten für Begegnungen und Gemeinschaft. Menschen brauchen Kontakt und das Gefühl von Nähe im Austausch. Das gibt Sicherheit. Das können Zeiten in Videokonferenzen und -chats im virtuellen Räumen sein. Das kann in Familien oder im Freundeskreis sehr lustig sein, gerade wenn Sie es mit medienunerfahrenen Menschen beginnen. Vor allem aber begegnen sich Menschen, sie sehen sich und sie sprechen miteinander.
  • Bei der (gefühlt) vielen Zeit, die da ist, lohnt es auch, auf diesem Wege mal alte Kontakte wieder aufzufrischen. Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, die Anrufe zu machen, die sie immer mal machen wollten und die immer der vermeintlichen Zeitknappheit zum Opfer fielen. Durch diese unüblichen Kontakte bekommt ihr Leben neue Impulse von außen und Sie zusätzliche Lebendigkeit durch das lange Zeit Ungewohnte, das oft etwas Vertrautes aus der Vergangenheit hat (alte Freunde, die lange nichts voneinander gehört haben, erzählen sich alsbald die alten Geschichten).
  • Bei strenger Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen ist es möglich, sich virtuell in Echtzeit von Balkon zu Balkon zu verabreden und sich zu festen Zeiten beispielsweise abends zu treffen, um die HelferInnen zu beklatschen, um anzustoßen, um gemeinsam zu singen – oder zu beten.
  • Nutzen Sie die Erlaubnis, in Bewegung zu bleiben und planen und halten Sie Zeiten für Spaziergänge und für den Sport. Für manche, die den Sport sonst so vor sich herschieben bis es mal wieder zu spät ist, ist das – auch angesichts mangelnder Alternativen – eine ganz gute Gelegenheit, um in Bewegung zu kommen – und hoffentlich auch nach dieser Zeit zu bleiben. Und: Körperliche Bewegung wirkt sich auf das eigene Wohlbefinden in vielfältiger Weise positiv aus. Vor allem macht sie im Gehirn: gute Gefühle.
  • Spielen Sie mit der Zeit, indem sie ihr täglich eine neue Qualität geben. Ein schönes Familienritual kann es sein, wenn jeden Tag ein anderes Mitglied des Hausstandes sich für eine halbe Stunde etwas überlegt, das es bisher noch nicht gab – und das dann auch verantwortlich für und mit allen anderen macht. Da gibt es oft schöne neue Spiele, Theaterstücke, Literaturlesungen, Musikdarbietungen bisher verkannter Genies und vieles Neues mehr, dessen Wirkung dann weit über die halbe Stunde hinausreicht. Auch kleine Forschungsprojekte für die Familienmitglieder können hier für alle interessant sein – auch zum Thema Zeit: Wann begann die Zeitmessung? Wann wurde die (Räder-) Uhr erfunden? Aus welchen Gründen wird (derzeit noch) die Uhr zweimal jährlich umgestellt? Usw.
  • Planen Sie möglichst Zeiten, die eine Dauer haben, die sich also über Tage erstrecken und die tagtäglich ihre Zeit brauchen – bestenfalls gemeinsam. An unserem – für die 2000-er Versionen extra ausgetauschtem – Wohnzimmertisch, gibt es seit Wochen immer ein großes Puzzle, das Tag für Tag an Farbe und Form gewinnt. Das gibt das Gefühl von Kontinuität und hat eine beruhigende Wirkung: Hier entsteht Schönheit und Ordnung aus scheinbarem Chaos und kaum bewältigbarer Unübersichtlichkeit. Übrigens hat der erste Corona-Patient Deutschlands die 18-Tage-Isolation im Krankenhaus mit einem Puzzle überstanden. Es sagte: „Beim Puzzeln darf man gesund stolz auf sich sein.“[2]
  • Planen Sie im Kreise ihrer Familie und Ihrer Lieben Aktivitäten für die „Zeiten danach“, für die Zukunft nach Corona. Setzen Sie den Zeithorizont dafür großzügig an, sodass sie ggf. nicht enttäuscht sind, wenn das nix wird mit dem Grillen an Ostern. Sie können überlegen, wo der Ausflug, die erste große Radltour, der erste Wochenendkurztrip im Herbst hinführt oder planen – und gleich fixieren – mit wem Sie sich endlich mal wieder treffen zum Sporteln oder im Biergarten. Planung vermittelt uns das Gefühl von Machbarkeit und Vorhersehbarkeit. Das machen wir so wie geplant! Das kann ein schönes Familienritual werden, das Hoffnung macht und Zuversicht vermittelt.
  • Nehmen Sie sich Zeit, um über Ihre Sorgen, Ihre Nöte und Einschränkungen mit Ihren PartnerInnen und Familien zu sprechen und um zu fragen, was die Mitglieder des Haushalts beschäftigt. Was ihnen Mut gibt und was ihnen Kraft raubt. Das Teilen dieser Gefühle wirkt in der Regel stärkend und gibt ein gutes Gefühl, Kraft und Energie. Schauen Sie dabei besonders auf Ressourcen, also darauf, was die anspruchsvolle Situation ermöglicht (hat), was sonst nie möglich geworden wäre.
  • Sie können es auch mal mit der Umjustierung Ihres Mindset versuchen und das, was Sie an Begrenzungen, Beschränkungen und Verzicht erleben, zur „Fastenzeit“ umdeuten. Das war einst und ist im kirchlichen Kontext eine Zeit des selbst auferlegten Verzichts, eine Zeit der Reduktion, eine Zeit des Weglassens und der Besinnung auf das Wesentliche, eine Zeit der Reinigung und eine Zeit für Abstinenz und Begrenzung. Es lebe die Differenz der in diesen Tagen möglichen Zeiterfahrungen. Einer zeitlich ausufernden satten Genusssymphonie der Andersartigkeit, die sich in der Karnevalszeit prägnant zuspitzte, steht nun eine zeitlich beschränkte und beschränkende, streng angelegte Kunst der Fuge gegenüber: Festlegung auf ein einfaches Motiv, das dann stetig und kontinuierlich weitergetragen und sich wiederholend, strengen Regeln folgend ein feinsinniges Kunstwerk und -gefühl entstehen lässt. Das ist doch auch eine schöne Vorstellung.

Denn irgendwann ist dann ja auch Sommerzeit – sie deutet sich mit der heutigen Uhrumstellung ja schon an. Und dann gibt es Zeiten, die sind wie nie zuvor. Weil es eben diese Zeiten gab, die wir gerade erleben müssen – und dürfen. Die kommenden Zeiten werden es uns danken. Eine wunderbare „Zeitumstellung“, die da ansteht.

Bleiben Sie gesund und diesen Zeiten!

***

[1] Die Uhrumstellung hätte es eigentlich bereits nicht mehr geben sollen in diesem Jahr, allerdings konnten sich die EU-Mitgliedsstatten bislang nicht einigen, in welche Richtung es künftig gehen soll mit der Uhr: Sommer- oder Winterzeit. Ein Richtungsstreit, der sich nicht nur an den Uhrzeigern ablesen lässt.

[2] Zudem ist Puzzeln Gehirnjogging. Die Amazon-Anfragen für „Puzzle“ liegen mindestens so hoch wie diejenigen für „Paracetamol“. Die Puzzlenachfrage und -produktion geht durch die Decke, hatte bereits 2019 bei der Firma Ravensburger eine Steigerungsquote von 20 %. Der Absatz lag bei 21 Millionen Puzzles. Aus: Süddeutsche Zeitung vom 28/29. März 2020, Nr. 74, Feuilleton, S. 16

Originalbeitrag hier

Mitanand-Netzwerk-Kontakt:

Frank Orthey

Tel: 0049(0)8021/5075730

Mobil: 0049(0)172/8231112

E-mail: Frank@Ortheys.de




Corona-Krise: Maßnahmen der VG-Reichersbeuern

Die VG-Reichersbeuern hat heute die Bürgerinnen und Bürger über Maßnahmen und Hilfen gemeinsam mit der katholischen Kirche und dem Netzwerk Mitanand informiert. Hier der Brief der Bürgermeister im Wortlaut:

Maßnahmen der VG Reichersbeuern aufgrund der Corona-Krise

Der Corona-Virus stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Die Verwaltungsgemeinschaft Reichersbeuern wird, gemeinsam mit der katholischen Kirche und dem Netzwerk „Mitanand“ in zwei Bereichen Hilfen anbieten und um Mithilfe bitten:

1. Versorgung der älteren Bevölkerung

Insgesamt sollen alle Sozialkontakte auf das absolut notwendige Maß heruntergefahren werden. Insbesondere Hochrisikogruppen, d.h. ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten zu Hause bleiben und auch nicht mehr zum Einkaufen gehen! Dies kann auch Menschen betreffen, die aufgrund Kontakt zu einem Corona-Infizierten oder der Rückkehr aus einem Risikogebiet unter Quarantäne stehen. Menschen, die in dieser Situation sind und nicht durch ihre Familie versorgt werden können, wollen wir helfen. Die Betroffenen können sich bei der VG Reichersbeuern unter der Rufnummer 08041/7822-0 melden. Es wäre schön, wenn es Menschen aus nicht Risikogruppen gäbe, die uns bei dieser Aufgabe helfen. Wenn Sie helfen möchten, können Sie sich ebenfalls bei der VG melden.

2. Betreuung von Kindern

Ab Montag sind alle Kindertagesstätten und Schulen bis zum 19.04.2020 geschlossen. Diese Situation wird viele betroffenen Eltern vor große Herausforderungen stellen. Wir möchten bei Einzelfällen, die keine private Lösung finden, eine Betreuung vor Ort, in den Familie anbieten. Diese Lösung hilft auch bei der Bekämpfung der Krise, da dadurch vermieden wird, dass sich größere Gruppen von Eltern zur Betreuung ihrer Kinder bilden. Auch hier gilt, wer eine solche Betreuung benötigt, kann sich bei der VG melden und wer in diesem Bereich helfen möchte, ist ebenfalls eingeladen, sich bei uns registrieren zu lassen.

In dieser schwierigen Situation ist es wichtig, dass wir aufeinander schauen. Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, dass wir die Zeit, die vor uns liegt, gut überstehen. Wir möchten uns schon jetzt bei allen recht herzlich bedanken, die uns in dieser Situation helfen. Insbesondere unsere älteren Mitbürger möchten wir eindringlich bitten, die Situation ernst zu nehmen und sich nicht zu scheuen, unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ernst Dieckmann                               Anton Margreiter                              Johann Schneil

1. Bürgermeister                            1. Bürgermeister                                1. Bürgermeister

***

Kontaktrufnummer bei der VG:  08041/7822-0

Nachbarschaftshilfe: Rücklaufzettel

Grafik: Reinhild Terrey, Untermeitingen




Coronavirus: Mitanand-Hilfen

Angesichts der aktuellen Situation gilt es besonders betroffene Mitmenschen in ihrer alltäglichen Lebensführung  zu unterstützen. Konkret geht es um Unterstützung bei Einkauf und Versorgung für Menschen, die zur Risikogruppe gehören, also ältere MitbürgerInnen bzw. Mitmenschen, die jetzt oder künftig in häuslicher Quarantäne sind.

Jede/r möge das in seinem/ihrem Bereich nach eigener Entscheidung und in persönlicher Verantwortung bitte aktiv machen.

Falls deutlich wird, dass eine Unterstützung familiär, nachbarschaftlich oder auf kurzem Mitanand-Hilfsweg nicht möglich ist, vermittle ich gerne Hilfen in unserem Mitanand-Kreis. Bitte in diesem Fall um eure Information per Telefon oder Mail. Ich versuche das dann schnellstmöglich zu organisieren.

Und zum Vormerken: Der in der letzten Mail im Protokoll des Treffens angekündigte Flohmarkt soll am 10. Oktober 2020 in der Kirchstraße (Schlechtwetter: Sporthalle) stattfinden. In der Hoffnung, dass dann wieder ein Stück Normalität zurückgekehrt ist, die das zulässt.

Frank Orthey

Tel: 0049(0)8021/5075730

Mobil: 0049(0)172/8231112

E-mail: Frank@Ortheys.de

Grafik: Reinhild Terrey, Untermeitingen